Politik in der Werbung 1


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Es fiel mir schon vor einigen Monaten auf, daß gewisse Firmen zunehmend Politik in ihrer Werbung betreiben und Botschaften vermitteln. Bei ALDI zb kommen dauernd Neger im Prospekt vor, obwohl in der Realität nicht wirklich jeder fünfte Mensch ein Neger ist. Noch nicht. Unter Hitler undenkbar! Bis zur Endlösung für die Deutschen dauert es eben noch ein wenig.

Das ist seltsam für die, denen es auffällt und die mein Jahrhundertfragment „About“ noch nicht gelesen haben.

Alle anderen wissen natürlich Bescheid.

Ein schönes Beispiel sah ich heute bei einem Spaziergang:

drewerb

Es ist die Werbung des Lungenvergifters Marlboro auf einer altmodischen Litfaßsäule. Deswegen ist das etwas verzerrt. Aber nicht verzerrt genug, um die Message zu erkennen:

Zu der in Deutschland gezeigten Abbildung eines Negers stehen die englischen (?) Worte:

„Wo willst du von hier (?) aus hingehen? DU entscheidest!“

Anscheinend kann der Marlboroneger entscheiden, wohin er geht. Gemeint ist damit natürlich, der sitzt in seinem Gral und entscheidet selbst, nach Deutschland zu gehen.

Man mag das für Spekulation halten. Klar. Aber warum war es nicht der weise weiße Klaus aus Wuppertal, der entscheidet, in die Nähe welchen Sozialamtes er sich begibt?

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Da kommen künftig sicher noch mehr Beispiele.

Man könnte nachfragen, welche Werbeagentur die haben oder wer die Kampagne entschieden hat.

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12 Antworten to “Politik in der Werbung 1”

  1. Rekonquista Says:

    Ein weitverbreitetes Phänomen. ESPRIT machte solche Werbung schon vor 20 Jahren. Gauloises fällt mir auch ein.

  2. Tyrion L. Says:

    Klar doch, Migration und Flucht ist einfach der heisse Scheiß heute, da kommen auch die Kreativen von der Reklame nicht dran vorbei.

    „Neuer Progressivismus“ nannte das der Houellebecq neulich, als er sich als einer von uns, als Reaktionär, outete und dabei von den FAZ-Schranzen beklatschen ließ.

  3. Tyrion L. Says:

    Rekonquista Says:

    3. Oktober 2016 um 04:03

    *

    „United Colors of Benetton“ nicht zu vergessen.

  4. vitzli Says:

    stark auch ALDI, wo im modeprospektbereich gefühlt jeder 5 ein neger ist (in der realität – noch – jeder etwa 80. ste.)

  5. Tyrion L. Says:

    Früher wurde halt mehr so das One-World-Ding ganz allgemein beschworen, das Beispiel hier ist aber eindeutig auf das aktuelle Refugee-Thema gemünzt. Der Typ ist passenderweise auch eher orientalisch als negrid, irgendwie so wie der Adel Tawil („Ich & Ich“).

  6. vitzli Says:

    mehr zu der marlborokampagne mit einem weiteren beispiel zum thema grenzen:

    http://www.wuv.de/marketing/you_decide_warum_marlboro_diesmal_alles_richtig_macht

  7. vitzli Says:

    tyrion 1900

    zwei sehr nützliche differenzierungen!

  8. Tyrion L. Says:

    Offenbar ist hier der Refugee an die Stelle der Cowboys und Abenteuerer von einst getreten und wird als coole Identifikationsfigur präsentiert, als Bild eines jugendlichen Grenzgängers mit Wuschelkopf, vollen Lippen und dunklen Augen, die in der Weite nach dem Morgen suchen.^^

  9. Tyrion L. Says:

    Gut, nicht mehr unbedingt jugendlich, aber jung eben. Und er geht meilenweit, wie einst der Camel-Man.

  10. vitzli Says:

    der scheißcowboy musste ja unbedingt an marlborokrebs verrecken, der loser.

    klar, daß man den durch einen leistungsfähigeren neger ersetzen musste.

    unsere zukunft liegt im negerischen!

  11. Tyrion L. Says:

    Die „dritte Welt“ ist ja der Hoffnungsträger der Tabakindustrie, nachdem durch die Antiraucherkampagnen und entsprechende Maßnahmen der Tabakkonsum und damit die Umsätze in den westlichen Industrieländern eingebrochen sind. Insofern passt das ja erst mal.

    Man kann davon ja halten, was man will, aber das Rauchen hat hierzulande schon einen beachtlichen Imagewandel von „Cool“ zu „Schmuddel“ hingelegt. Bemerkenswert, dass man das jetzt aufzupolieren versucht, indem man sich an den Refugee-Trend dranhängt. Wie auch immer, die ganzen Flüchtlingshelferlein sollten mindestens genauso sozial geächtet werden wie ein Kettenraucher. Damit wäre schon viel gewonnen. Aber die Schäflein bleiben insgesamt auf Linie und so braucht sich auch niemand zu wundern, wenn das Töchterlein betatscht wird und einem die munteren Negerlein in der S-Bahn ihr Genital präsentieren. Für den Bunzelbürger einfach zu viel verlangt, eine Verbindung von so etwas zu der vermeintlich biederen Matrone im Hosenanzug zu erkennen.

  12. vitzli Says:

    yep!

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